Warum noch malen...
... wenn es doch auch mit der Foto- und Videokamera geht. Spätestens seit der Erfindung der Fotografie, stellt sich die Frage nach der Relevanz und dem Überleben der alten Medien wie Malerei, Zeichnung und Skulptur. In der Mitte des 19. Jahrhunderts fragte man sich, was ein realistisches Gemälde leisten kann, wenn doch der Film und die Kameralinse in der Lage sind, die Realität genauer abzubilden, als Pinsel und Zeichenstift? Die Bedeutung der unterschiedlichen Medien hat erstmals Marshall McLuhan thematisiert und mit der Formulierung The medium is the message" auf den Punkt gebracht. Nein, eigentlich hat Platon die Frage bereits in seinem Höhlengleichnis aufgeworfen. Was ist die Wirklichkeit? In welcher Verbindung steht sie zur Wahrheit? Kann der Mensch sie tatsächlich erkennen? In der Kunst geht es oft um die wichtige Frage, welche Realität und Wahrheit wir in der Lage sind zu sehen und in angemessener Form wiederzugeben. Daraus ergibt sich zwangsläufig die Frage nach dem Medium. Und hierbei stehen die Medien gleichberechtigt nebeneinander, genauso wie die stilistischen Mittel und Ausdrucksmöglichkeiten. Die Einfalt gibt es nicht, nur noch die Vielfalt der Wahl.
In der Europäischen Kunstakademie entstehen meist sehr persönliche Bilder mit Acrylfarbe, Zeichenstift, Meißel, Säge, Schweißgerät, Kamera, Software. Die Kunstakademie begrüßt die neuen Medien als eine Bereicherung und Erweiterung und Sie als Teilnehmer können auswählen, in welcher Weise Sie Ihr Bild umsetzen wollen.
Dabei wünsche ich Ihnen viel Erfolg
Ihre
Dr. Gabriele Lohberg
Leiterin der Europäischen Akademie für Bildende Kunst e.V.