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Selbstporträt - Hanno Edelmann

zum Selbstporträt von Hanno Edelmann

Der 1923 geborene Künstler porträtiert sich in der Radierung von 1973 als 50-jähriger Mann. Die weichen, fast fleischigen Gesichtszüge und die üppigen Haare lassen jedoch kaum auf ein bestimmtes Alter schließen. Die Zeichenästhetik ist in den 1970er Jahren zu verorten, das Gesicht bleibt zeitlos.

 

 

Die einzelnen Gesichtspartien – die Wangen, die Nase, die Tränensäcke – werden im Selbstporträt von Hanno Edelmann lebendig und sind quasi selbst lebend. Molluskenartig fügen sie sich zu einem organischen Gesicht zusammen, das dadurch eine fließende Beweglichkeit ausstrahlt. Das bewegte Porträt ist auch bewegend, vermag man doch auch eine Melancholie oder eine gewisse Traurigkeit im Ausdruck zu erkennen.

Der Hamburger Künstler war ein Meister des Figurativen und schuf viele Bildnisse von Zeitgenossen u.a. von Wolf Biermann, Sebastian Haffner oder Mies van der Rohe. Das Selbstporträt von 1973 sticht dabei hervor, in seiner Einzigartigkeit, seiner Präsenz und seiner Empathie.

 

Das Werk ist bis 24. Mai 2020 in der Ausstellung „Künstler sehen sich selbst“ in der Kunsthalle der Europäischen Kunsthalle in Trier ausgestellt.

 

ÜBER DEN KÜNSTLER

Hanno Edelmann ist 1923 in Hamburg geboren und ebenda 2013 gestorben. Nach einer abgebrochenen Lehre wurde er als 17-Jähriger in die Wehrmacht eingezogen und geriet bei Kriegsende in sowjetische Gefangenschaft. Zurück in Deutschland studierte er an der Hamburger Hochschule für Bildende Künste. Er wirkte als freischaffender Künstler und erweiterte sein künstlerisches Spektrum ausgehend von der Grafik und Malerei immer weiter in die Bildhauerei.

 

Weitere Informationen unter:

www.hannoedelmann.de