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Positionen 2020 - Diplomausstellung des berufsbegleitenden Kunststudiums

Bis 20. September stellen 10 Diplomand*innen in der Kunsthalle der Europäischen Kunsthalle aus. Präsentiert werden Arbeiten von Alexandra Baustert, Heike Becker, Susanne Binder, Claudia Döring, Silvia Feketová, Christoph Justinger, Su Si (Susanne) Krämer, Ada-Samira Osinski, Filiz „FifiLoo“ Sener und Birgit Weitner.

 

Wie experimentell und individuell Wege zeitgenössischer Kunst sein können, zeigen die Ab-schlussarbeiten der zehn Diplomand*innen der Europäischen Kunstakademie Trier. Frisch und frei, fern dogmatischer Regulierung ihren persönlichen Neigungen und selbst gewählten Anregungen folgend, haben die Student*innen von Silke Brösskamp und Anja Garg ihre Themen, ihre Konzepte und Serien entwickelt, die weit über Malerei und Zeichnung, teils über das zweidimensionale Bildmedium hinaus gehen:

 

Christoph Justinger experimentierte mit Druck-graphik, während Birgit Weitner Fotografien für ihre Malerei nutzte. Collagen bis Assemblagen kreierte Ada-Samira Osinski und Heike Becker bezog Objekte in ihren Schaffensprozess ein. Silvia Feketová gestaltete textile Kunstwerke, Su Si (Susanne) Krämer Papierobjekte; Alexandra Baustert setzte Schrift ein und Susanne Binder entwickelte eine Ästhetik nahe Bilderbüchern. Zur Architektur stellte Claudia Döring eine Beziehung her und Filiz „FifiLoo“ Sener zur Street Art.

 

So ging jeder Künstler seinen, jede Künstlerin ih-ren Weg und gestaltete seine oder ihre artifizielle Bilderwelt. Entstanden sind Werke ganz unter-schiedlicher Gestaltungsweisen und Gestalten: Ob geometrisch-abstrakte Rasterstrukturen oder organisch-verdichtete Farbtexturen, ob lebendig skizzierte Porträtfiguren oder surreal-verfremdete Kreaturen, Ansichten szenenloser Architekturen oder Ansätze inszenierter Lebenskulturen – deutlich wird die intensive Auseinandersetzung mit sowie die künstlerische Umsetzung von einer Idee, eines Gedankens, eines Gefühls oder einer Stimmung.

 

Alle Werke zeichnen sich durch mehrschichtige Verdichtungen und Verflechtungen aus: auf gestalterischer beispielsweise mittels überlagerter Bildebenen, komplexer Motivik oder kombinierter Techniken, auf rezeptiver aufgrund evozierter Emotionen und Assoziationen. Auffallend groß sind die Tendenzen zur Abstraktion oder zur Abstrahierung, die Polarität von Sinnlichem und Geistigem auslotend: So wurde auf der einen Seite Nicht-Sichtbares sichtbar gemacht, auf der anderen löste sich das Bild vom Sinneseindruck.

 

Besonders die Arbeiten mit voran gestelltem Motto betonen die Bedeutsamkeit eines verbindenden Konzepts. Hier geht es weniger um Benennungen oder gar Erklärungen einer fixen, eindeutig dekodierbaren Bedeutung als um Öffnungen für Interpretationen und Inspirationen im Sinne postmoderner Ästhetik. Mit den zehn Positionen zeitgenössischer Kunst präsentiert diese Ausstellung neue Entwicklungen bildkünstlerischen Schaffens und belegt, wie lebendig und vielgestaltig, wie wandlungs- und anschlussfähig Malerei bis heute als Medium für suchende Prozesse ist.

 

Dr. Marina Linares